Die Kosten des Kinderwunsches. Сколько стоит забеременеть

Nachdem in den Anfangsjahren der Reproduktionsmedizin grundsätzliche Bedenken — etwa zum normativen Bild des Menschen — und gesundheitliche Fragen im Vordergrund standen, geht es nun vor allem um praktische Belange wie die Kosten. Die Situation ist europaweit uneinheitlich: In der Schweiz etwa übernehmen öffentliche Kostenträger keine Leistungen, während ihre spanischen Kollegen für die gesamte Rechnung aufkommen. In Deutschland kommt die Öffentlichkeit für die Hälfte der Kosten von bis zu drei Behandlungsversuchen auf, wobei einige Bundesländer weitere Zuschüsse gewähren.

Zur Frage, wer für die zum Teil sehr kostspieligen Verfahren aufkommen soll, hat der LMU-Forscher Dr. Oliver Rauprich vom Institut für Ethik, Geschichte und Theorie der Medizin mit Kollegen eine landesweite Befragung von Kinderwunschpaaren, von Experten sowie von der Allgemeinbevölkerung durchgeführt. Die Ergebnisse werden in dem neu erschienenen Buch „Die Kosten des Kinderwunsches» als ein Beitrag präsentiert.

Das Werk, von Rauprich zusammen mit Professor Jochen Vollmann von der Ruhr-Universität in Bochum herausgegeben, versammelt interdisziplinäre Perspektiven auf die noch immer ungeklärte Frage, wie Kinderwunschbehandlungen einzuordnen sind — ob als gesundheitliches oder soziales Problem. Eine einheitliche Regelung der Finanzierung tut Not, auch weil der Leidensdruck der Betroffenen groß ist. Schätzungen zufolge sind drei bis neun Prozent aller Paare von Reproduktionsstörungen betroffen.

Die groß angelegte und sehr detaillierte Befragung durch Rauprich und seine Kollegen Eva Berns und Jochen Vollmann zeigte unter anderem, dass die Mehrheit der Befragten eine Finanzierung durch die Krankenkassen und den Steuerzahler befürwortet, wobei auch die betroffenen Paare beitragen sollten — wenn auch in geringerem Maße als bisher. Die Befürwortung einer öffentlichen Finanzierung basierte auf den Überzeugungen, Unfruchtbarkeit sei eine Krankheit, Kinderwunschpaare seien medizinisch behandlungsbedürftig, und jeder Mensch solle die Möglichkeit haben, Kinder zu bekommen.

Quelle: Ludwig-Maximilians-Universität München